Geroldswil zeigt sich als typisch spätmoderne Satellitenstadt, die in der Hochkonjunktur der 1960- bis 1970-Jahre anstelle eines ehemaligen Weilers erbaut wurde. Der Doktrin der Spätmoderne entsprechend, prägt eine klare Funktionstrennung zwischen Erschliessungsstrassen, Zentrumsfunktionen und Wohngebieten den öffentlichen Raum.
Die Volumen der Neubauten nehmen Bezug zum bestehenden Zentrum. Ein flaches Hofhaus bildet mit einem höheren Platzhaus den neuen Stadtplatz. In seiner Grundfläche und Höhe bezieht sich das Platzhaus auf das diagonal gegenüberliegende bestehende Wohnhaus und entlastet das für eine Zentrumsbildung wenig geeignete, weiter östlich an der Huebwiesenstrasse liegende Wohnhaus von einer Platzfunktion.
Das Projekt baut seine Identität über drei neue Aussenraumtypen auf. Das Herzstück des neuen Zentrums bildet ein quadratischer Stadtplatz. Dieser manifestiert als explizite Referenz an den bestehenden Dorfplatz die Erweiterung des Zentrums und erzeugt in seiner Ausgestaltung eine offene, leere, nur durch einen Brunnen zentrierte Mitte. Ebenso wichtig ist das Boulevardstück mit dem Platanenhain als räumlicher Filter zwischen dem Stadtplatz und der Limmattalstrasse. Das dritte Element ist ein Gartenhof als Mitte der neuen Wohnbebauung mit seinen Laubenfenstern zur Stadt auf dem Sockel des Grossverteilers.
Credits
Auftrag: Wettbewerb 2015, 1. Preis
Ausführung: 2016–2020
Bausumme: CHF 35 Mio.
Programm: Neubau mit Ladenfläche und 27 Alters- und Familienwohnungen
Bauherrschaft: Politische Gemeinde Geroldswil
Mitarbeit Wettbewerb: Peter Baumberger, Karin Stegmeier, Denis Benetas, Arno Bruderer, Donatella Cugini, Daniel Kaschub, Nathalie Schümperlin, Lichen Zhu
Mitarbeit Ausführung:
Peter Baumberger, Karin Stegmeier, Projektleitung: Mirko Schlemminger, Bauleitung: Timo Bullmann, Roger Frick, Stephanie Knerr, Architektur: Boris Borrelli, Désirée Flury, Michael Kälin, Clemens Klötzer, Thomas Luchsinger, Marius Rinderknecht, Praktikum: Denis Benetas, Patricia Quinte, Alexandra Scheibl, Lehrling: Jules Mignot, Dennis Schlatter
Landschaftsarchitektur: Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten, Zürich
Bauingenieur: Bänziger Partner AG, Baden
Haustechnik: Basler & Hofmann AG, Zürich
Fassadenplaner: EBP Schweiz AG, Zürich
Elektroplanung: Beratende Ingenieure Scherler AG, Zürich
Bauphysik: Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich
Fotos: Jürg Zimmermann, Zürich