Das heutige Erscheinungsbild des Quartiers „Fluntern“ basiert im Wesentlichen auf den gesellschaftlichen und baulichen Veränderungen Ende des 19. Jahrhunderts. Das Quartier wird somit durch eine  äusserst homogene, städtebauliche Körnung von „Punktbauten in Gärten“ geprägt. Das  vorgeschlagene Projekt zeigt, wie es trotz einer deutlich höheren Bebauungsdichte möglich ist, typologisch und stimmungsmässig am Bestand anzuknüpfen und gleichzeitig aktuelle Aspekte des genossenschaftlichen Wohnens einfliessen zu lassen.
Ausgehend von der Lektüre des Ortes sucht das vorgeschlagene Projekt eine Bebauungsstruktur mit Solitärbauten welche eine eindeutige Strassenfassade bilden, gleichzeitig aber eine bewusste und spezifische Räumlichkeit im Innern der Siedlung generieren.  Aufgrund der dreieckigen Grundstücksform soll mit im Wesentlichen wiederum dreieckigen Bauten ein kabinettartiger Aussenraum im Innern der Siedlung geschaffen werden. Es entsteht eine formbildendes Gleichgewicht zwischen Bauvolumen und Aussenraum.
Die Adressbildung dieser Grossparzelle wird heute wesentlich mitbestimmt durch die Freiraumgestaltung, die auf den Zürcher Gartenarchitekten Gustav Ammann zurückgeht. Die auch andernorts verwendeten, bildbestimmenden Gartenmauern aus dunklem Gneis bleiben Teil der Identität der Toblerstrasse.
Die einzelnen Wohnungen entwickeln sich als Raumkontinuum um einen zentralen Kern mit sämtlichen Nasszellen und einer zum Wohnen offenen Küche. Die Vermeidung von Korridoren ergibt grosse, unterschiedlichst möblierbare Wohnräume, aber auch grosszügige Eingangsbereiche.
Entsprechend dem städtebaulichen und volumetrischen Thema suchen die Häuser einen Ausdruck der die bestehende Homogenität des Quartiers fortsetzt, gleichzeitig aber auch eine eigene Identität als Siedlung entwickelt. So werden einerseits einzelne Motive und Stimmungen aus dem Kontext, wie zum Beispiel die flachen Brüstungsbänder oder die vorstehenden beinahe Blumenfensterartig wirkenden Verglasungen aufgenommen und zu einem neuen, eigenständigen Ausdruck verdichtet.

Wohnsiedlung Toblerstrasse, Zürich-Fluntern

Ersatzneubau mit 170 Wohnungen und Tiefgarage
Projektwettbewerb 2010, 1. Preis
Ausführung 2014–2017
Baukosten: 65 Mio.
In Zusammenarbeit mit Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten (BS+EMI)

Bauherrschaft:
Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ)

Mitarbeit Wettbewerb:
Peter Baumberger, Ron Edelaar, Christian Inderbitzin, Elli Mosayebi, Karin Stegmeier, Arno Buderer, Stephan Pfeiffer, Pascal Steiner, Michael Reiterer, Lorenz Mörikofer

Mitarbeit Ausführung:
Peter Baumberger, Ron Edelaar, Christian Inderbitzin, Elli Mosayebi, Karin Stegmeier, Luca Pestalozzi, Thomas Schiratzki,
Désirée Flury, Thorsten Haack, Sandra Frei, Thomas Luchsinger

Fachplaner:
Landschaftsarchitektur: Lorenz Eugster Landschaftsarchitekten
Bauingenieur: wlw Bauingenieure AG
Holzbauingenieur: Timbatec GmbH
HLS-Planer: A-Z Planung AG
Elektroplaner: PBP-Engineering AG
Bauphysik: HL-Technik AG

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