Der Wettbewerbsperimeter befindet sich nordöstlich vom Zentrum von Uster auf der Anhöhe des Rehbühl. Das Potential des Rehbühls liegt in seiner landschaftsräumlichen Lage. Bewaldete Kuppen auf dem Rücken des landwirtschaftlich genutzten Moränenzugs prägen die Situation. Dieser Moränenzug ist abgesehen von dem Oberstufenschulhaus Weideli unverbaut. Er ist Teil einer Abfolge von kleinen Waldstücken, Wiesen und Feldern am Rande des Siedlungsgebietes von Uster. Nach Süden öffnet sich der Blick über Uster und in die Berge. Das architektonische Thema des Projekts entwickelt sich aus dieser aussergewöhnlichen topographischen Situation und der unmittelbaren Nachbarschaft zum Wald. Das Haus versteht sich als eine offene transparente Struktur, gleich einem Baumhaus am Waldrand. Das Volumen schmiegt sich dem Verlauf des Hügels an ohne sich in den Hang einzuschneiden. Durch das Zurückversetzten des Volumens und dem leicht geschwungenen Baukörper wird ein offener Vorplatz aufgespannt, der die gewünschte Öffentlichkeit der Adresse betont. Auf der Südseite des Gebäudes weitet sich der Freiraum auf. Der Aussenraum bildet einen offenen durchfliessenden Grünraum.
Die Wohnungen gruppieren sich um eine Erschliessungslaube und fächern sich nach Süden mit Blick in die Weite auf. Die Wohnung für das Alter bietet die vertrauten Wohnwelten an: ein grosses Entrée, eine abschliessbare Küche mit Tisch, ein Wohn- und Esszimmer mit einer grossen Loggia und verschiedene Zirkulationsmöglichkeiten.
Das Wohnungsclustergeschosse ist grundsätzlich gleich wie die Wohngeschosse organisiert. Nach Norden wird jedoch ein gemeinsamer Wohnraum dem Aussenraum hinzugefügt. Er bildet mit den grossen Schiebefenster eine räumliche Erweiterung des Balkons.
Das Projekt thematisiert architektonisch das dem Aussenraum zugewandte Wohnen. Die dunkel lasierten Betonpfeiler, gruppieren sich wie Baumstämme am Waldrand und bilden eine offene, durchlässige Struktur die eine Transparenz in die Tiefe des Volumens schafft und dem Haus eine Leichtigkeit und Feingliedrigkeit verleiht. Diese gitterartige Struktur integriert die Fenster und die Balkone und umfängt den geschwungenen Baukörper. Die Brüstungen aus Maschendraht sind leicht und transparent und mit einem kräftigen Handlauf aus Lärchenholz versehen.

Alterswohnsiedlung Rehbühl, Uster

Wohnhaus mit 50 Alterswohnungen, davon 20 in 4 Clustern,
2 Kinderkrippen und Tagesbetreuung
Wettbewerb, 2014, 4. Preis

Bauherrschaft:
Wohngenossenschaft Rehbühl

Mitarbeit Wettbewerb:
Peter Baumberger, Karin Stegmeier,
Daniel Kaschub, Arno Bruderer,
Donatella Cugini, Lichen Zhu

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