Geroldswil zeigt sich als typisch spätmoderne Satellitenstadt, welche in der Hochkonjunktur der 1960 bis 1970 Jahre anstelle eines ehemaligen Weilers erbaut wurde. Der Doktrin der Spätmoderne entsprechend, prägt eine klare Funktionstrennung zwischen Erschliessungsstrassen, Zentrumsfunktionen und Wohngebieten den öffentlichen Raum. Auffallend und aus unserer Sicht auch als Qualität verstanden, ist die unveränderte Authentizität dieses Zeitzeugen.
Die Volumen der Neubauten sind so gesetzt, dass ein offensichtlicher Bezug zum bestehenden Zentrum entsteht. Ein flaches Hofhaus bildet, zusammen mit einem höheren Platzhaus, den neuen Stadtplatz. Das Platzhaus referenziert sich in seiner Grundfläche und Höhe direkt zum diagonal gegenüberliegenden bestehenden Stadthotel und entlastet das für eine Zentrumsbildung wenig geeignete, weiter östlich an der Huebwiesenstrasse liegende Wohnhaus von einer Platzfunktion. Das bestehende Stadthotel und das neue Platzhaus markieren eindeutig sichtbar das neue Stadtzentrum in der Flucht der Huebwiesenstrasse.
Das Projekt baut seine Identität über drei neue Aussenraumtypen auf. Als Herzstück für das neue Zentrum wird ein quadratischer Stadtplatz vorgeschlagen. Dieser soll als explizite Referenz an den bestehenden Dorfplatz die Erweiterung des Zentrums manifestieren und in seiner Ausgestaltung eine offene, leere, nur durch einen Brunnen zentrierte Mitte bilden. Ebenso wichtig ist das Boulevardstück mit dem Platanenhain als räumlicher Filter zwischen dem Stadtplatz und der Limmattalstrasse. Das dritte Element ist ein Gartenhof als Mitte der neuen Wohnbebauung mit seinen Laubenfenstern zur Stadt auf dem Sockel des Grossverteilers. Neben den Zugängen aus den Treppenhäusern ist dieser auch über eine kleine Freitreppe auf der Ostseite des Stadthauses zugänglich.

Zentrumsentwicklung Geroldswil

Neubau mit Ladenfläche und 27 Wohnungen
Wettbewerb 2014, 1. Preis
Ausführung 2015–2018

Bauherrschaft:
Politische Gemeinde Geroldswil

Mitarbeit Wettbewerb:
Peter Baumberger, Karin Stegmeier, Daniel Kaschub, Arno Bruderer, Lichen Zhu, Nathalie Schümperlin, Donatella Cugini, Denis Benetas

Mitarbeit Ausführung:
Peter Baumberger, Karin Stegmeier, Stephanie Knerr, Boris Borrelli, Clemens Klötzer, Marius Rinderknecht, Alexandra Scheibl, Mirko Schlemminger

Fachplaner:
Landschaftsarchitektur: Berchtold.Lenzin
Bauingenieur: Bänziger Partner AG
Fassadenplaner: EBP Schweiz AG
HLS-Planer: Basler & Hofmann AG
Elektroplaner: Beratende Ingenieuere Scherler AG
Bauphysik: Wichser Akustik & Bauphysik AG

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