Die Projektparzelle liegt im Geviert zwischen Schönegg-, Zürcher-, Asyl- und Poststrasse, das geprägt ist durch eine hohe Dichte, sich in die Tiefe entwickelnde Parzellen und Stichstrassen mit innenliegenden Bauten sowie intimen Durchwegungen. Die vorhandenen Bauten stellen «sperrige» Figuren dar mit nur teilweise den Strassen zugewandten Hausadressen. Eine Entwicklung hin zur Blockrandbebauung ist aufgrund der Parzellengrössen nicht absehbar.
Das neue Haus besitzt eine eigenständige Figur und versteht sich dadurch als weiterer Solitär im Strassengeviert. Es sucht weniger eine typologische Verwandtschaft als vielmehr ein Massengleichgewicht im Verhältnis zu den bestehenden Bauten. Um Assoziationen mit einem Blockrand zu vermeiden, ist das Verhältnis des Hauses zum Strassenraum an der Schöneggstrasse anders ausgebildet als an der Asylstrasse. Eine Rückstaffelung des 5. und 6. Obergeschosses lässt das Haus
gegenüber den benachbarten Gebäuden nicht höher erscheinen und integriert die Attika in die Gestalt des Baukörpers. Als spezifisches Zielpublikum werden ältere Menschen angesprochen, die ihr Einfamilienhaus verlassen möchten. Der private Aussenraum als zentrales Ideal des Einfamilienhauses ist deshalb das generierende Moment des Grundrisses. Alle 3.5-Zimmerwohnungen verfügen über einen zimmergrossen Wintergarten auf der Strassenseite und einen ähnlich grossen Balkon zum Hof. Die 4.5-Zimmerwohnungen besitzen einen grossen, südorientierten Wintergarten, der im Sommer auch als Loggia genutzt werden kann. Das Wohnen im Aussenraum ist das atmosphärische Leitmotiv sämtlicher Wohnungen. Neben den unterschiedlichen Aussenräumen – Wintergärten, Balkone und Terrassen – werden die Wohnungen durch zweiseitig orientierte Wohnhallen mit lateralen Raumerweiterungen für Küche und Wohnraum charakterisiert. Die Küchen sind damit in der Mehrzahl der Wohnungen räumlich vom Wohnen getrennt. Entrées und Reduits erhöhen die Gebrauchstauglichkeit und den Wohnwert zusätzlich.
Der architektonische Ausdruck folgt der Idee eines städtischen Hauses. Dank der Wintergärten wird der Baukörper strassenseitig nicht durch grosse Balkone aufgelöst, sondern es entsteht eine ruhige Volumetrie, welche die Seitenrisalite betont und Attika sowie Erdgeschoss volumetrisch einbindet.

Entenbad, Dietikon

Projektwettbewerb, 2016
Ersatzneubauten für eine Alterssiedlung

In Zusammenarbeit mit Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten (BS+EMI)

Mitarbeit Wettbewerb:
Peter Baumberger, Karin Stegmeier, Ron Edelaar, Elli Mosayebi, Christian Inderbitzin, Reto Gasser, Murielle Leucker, Sébastien Ressnig

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